Seit 1375 sind Achat Vorkommen in der Gegend um Idar-Oberstein belegt, auch Bergkristall und Jaspis wurden gefunden und abgebaut. Bis 1875, als der Abbau in der Region eingestellt wurde, hatte sich eine regelrechte Edelsteinindustrie angesiedelt. Die gefundenen Steine wurden hier auch weiter verarbeitet, geschliffen und gehandelt.
Die Schleifereien wurden mit Wasserkraft betrieben, Transmissionen übertrugen die Kraft auf die Schleifsteine. Der in der Region vorkommende Sandstein mit hohem Siliziumoxidgehalt war das Grundmaterial, aus dem die Schleifscheiben gefertigt worden. Vertikal rotierend erforderten sie viel Geschick und hohen körperlichen Einsatz. Auf Holzböcken auf dem Bauch liegend verrichteten die Schleifer ihr Handwerk, auch zur damaligen Zeit eine echte Knochenarbeit.
Edelsteinschleifen in Idar-Oberstein, um 1920
Mit Einführung der Elektrizität und dem Eintreffen der härteren Edelsteine von neuen Fundstätten aus Übersee in Idar-Oberstein, entwickelten sich Lapidäre auf horizontalen Scheiben, die es erlaubten alle Edelsteine zu bearbeiten, neben Farbedelsteinen auch Diamanten.
Die Auswanderungswellen im frühen 19. Jahrhundert führten viele Bergarbeiter und Edelsteinschleifer in die Edelsteinminen Brasiliens. Von dort gelangte dann ständiger und vielfältiger Nachschub an edlem Gestein in die heimische Industrie. Auch reisten die ortsansässigen Händler in alle Ecken der Welt, um neue Vorkommen zu finden.
Dies schuf die Voraussetzung dafür, dass Idar-Oberstein heute das einzige Edelsteinzentrum der Welt ist, in welchem alle bekannten Edelsteine geschliffen und gehandelt werden.
Aus Kostengründen werden heut zutage viele Steine in Fernost geschliffen. Jedoch begründet ein über Generationen gewachsener Erfahrungsschatz, gerade beim Facettieren von Edelsteinen in allen Arten, Schliffen und Besonderheiten, nach wie vor die überragende Stellung Idar-Obersteins im Bereich mittlerer bis allerfeinster Qualitäten.
Zeitgenössischer Arbeitsplatz eines Edelsteinschleifers
Die Gemmologie, auch Wissenschaft von Edelsteinen oder kurz Edelsteinkunde, beschäftigt sich als Teilgebiet der Mineralogie ausschließlich mit als Schmucksteinen (Edelsteinen) genutzten Mineralien und Varietäten sowie Synthesen und Imitationen. Die Steine werden anhand ihrer optischen, physikalischen, chemischen und kristallografischen Eigenschaften mit modernen Gerätschaften untersucht und identifiziert.
Vielleicht etwas passend zu Ihrem Tierkreiszeichen, z.B. geschliffene Edelsteine oder Mineralien für den Sammler oder Esoteriker oder Schmuck in verschiedenen Variationen